"Eigentlich sind wir gut organisiert". Der Organigramm Irrtum

Erstellt von Uwe Engelhardt |

Im Rahmen der persönlichen Beratung stößt man unweigerlich auf die Zeit und deren Einteilung. Tja, eigentlich ist alles gut, wenn da nicht das ewige Ringen und der Kampf gegen die liegen gebliebenen Papierstapel und deren Herausforderungen wäre.

„Dabei sind wir so gut organisiert. Wir haben auch ein Organigramm dafür erstellt“, so hören wir es häufig. Tatsache ist in den meisten Fällen, dass es seinen Zweck nicht erfüllt und falsch ist. Der Grund: Die personenbezogene Planung einer Organisation stellt zwangsläufig die Eigenschaften, Fähigkeiten, Stärken, Schwächen, Haltung und Einstellung in den Mittelpunkt. Es dominiert die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter.

Das wesentliche Merkmal einer starken Organisation ist nicht, ob sie „gut“ oder „schlecht“, sondern, dass sie „systematisch und bestmöglich funktioniert“. Weil Menschen in ihrem Denken und Handeln unvollkommen und fehlbar sind, braucht es Führung, die Leitplanken mittels Organisation und Strukturen setzt. Fehlen diese, bringen sie im ungünstigsten Fall seine „schlechte Seite“ zum Vorschein und verursacht Zeit- und Geldverschwendung. Vorläufer und Merkmale dafür sind: unnötige Doppelarbeiten, Verzögerungen durch nicht getroffene Entscheidungen, Informationsverluste, in Folge Missverständnisse und nutzlose Anstrengungen Einzelner oder Teams, Frustration, Aggressionen, Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und zuletzt unzufriedene Kunden und Verlust der Liquidität.

Das Ziel einer Organisationsplanung ist ein motivierendes Arbeitsumfeld und Voraussetzungen zu schaffen, die es Mitarbeitern leicht macht, bestmögliche Leistung zu erbringen. Der Dreh- und Angelpunkt ist: Klarheit. Klarheit darüber, wer und was im Mittelpunkt des Handelns steht; wer welchen Beitrag leistet; wer welche Pflichten in welcher Art und Weise zu erledigen hat; wer über welche Vollmachten verfügt; wer wem über- und unterstellt und damit weisungsbefugt ist; welche Richtlinien oder Gesetze für Führung und Entlassungen Gültigkeit besitzen. Und zu guter Letzt, welchen Sinn es für die Menschen macht, wenn sie die gewünschten Ergebnisse übertreffen.

Der Nutzen einer systematisch funktionierenden Organisation ist vielfältig. Wer gelernt hat, was, warum und wie zu tun ist, der muss nicht wiederholt daran erinnert oder angewiesen werden. Mitarbeiter übernehmen mehr Verantwortung, weil diese Führungsleitplanken die Freiheit ermöglichen selbstständiger zu arbeiten. Die geweckte Begeisterung wirkt sich positiv auf Leistung und Ergebnisse aus. Das Bewusstsein für den geleisteten Beitrag wächst ebenso, wie die Identifikation mit dem Unternehmen. Und der Chef oder Vorgesetzte? Er wird in seinem Führungswillen gestärkt und zeitlich entlastet. Er gewinnt Zeit für sich und seine Geschäftsführeraufgaben.

Zurück
Das könnte Sie auch interessieren:

Impuls-Letter 10: Wie nur ein Wort das Leben schwer machen kann! Kurz hergehört...

Erstellt von Uwe Engelhardt |

Wir reden mit Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten oder Partnern, vereinbaren eine konkrete Sache und sind der Meinung, dass alles klar sei. Ein Irrtum,...

Weiterlesen

Impuls-Letter 09: Kommen Sie gut an

Erstellt von Burga Warrings |

Die neue Ausgabe des Havard Business manager bestätigt den Inhalt unseres letzten Impuls-Letters 08. „Siebzig Prozent aller Personen in Führung sind...

Weiterlesen

Impuls-Letter 08: Warnung: Die Selbstzerstörung der Chefs geht schleichend

Erstellt von Uwe Engelhardt |

In der heutigen komplexen Wirtschaftswelt nehmen die Anforderungen an Chef's stetig zu. Die Belastungsgrenze wird verschoben. Nicht ohne Folgen.

Weiterlesen

"Eigentlich sind wir gut organisiert". Der Organigramm Irrtum

Erstellt von Uwe Engelhardt |

Im Rahmen der persönlichen Beratung stößt man unweigerlich auf die Zeit und deren Einteilung. Tja, eigentlich ist alles gut, wenn da nicht das ewige...

Weiterlesen

Impuls-Letter 07: Der Mythos der Wertschätzung

Lesen Sie die 3 entscheidende Schritte in Sachen Organisation/Organigramm, die zu mehr Zeit und Raum für Chefs führen.

Weiterlesen

Impuls-Letter 06: Den Gewinn richtig vermasseln - mit Rotkunden

Ein Unternehmer hat uns nach einem Workshop länger von einem Topkunden samt anspruchsvollem Projekt vorgeschwärmt. Er war voller Begeisterung über...

Weiterlesen

Führen mit Werten und die Fallstricke dahinter

Wenn wir den Auftrag haben, eine Arbeitgebermarke zu entwickeln oder Prozesse zu optimieren, klären wir zuerst, welche Faktoren der Geschäftsführung...

Weiterlesen

Impuls-Letter 04: Mythos Wertschätzung

Werte schätzen, setzt voraus, dass man sich zuerst die eigenen und dann die der anderen bewusst macht. Daraus folgt, dass man gemeinsame Werte...

Weiterlesen

Impuls-Letter 03: Dieser Erfolgstipp ist fast zu einfach...

Manchmal ist weniger mehr. Manchmal darf es auch einfach gehen. Dieser Erfolgstipp funktioniert garantiert.

Weiterlesen

Selbstbewusstsein im Verkauf

Erstellt von Uwe Engelhardt |

„Hätte ich doch Nein gesagt!“

Diese Reaktion kennt jeder. Viele erfahren diese und entsprechende Situationen öfter, als ihnen lieb ist. Die Folgen...

Weiterlesen