Unternehmensführung

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Ans Ziel kommen

Mit Zielen produzierst du bessere Ergebnisse, alles andere ist zufällig. Sicher ist: Mit verbindlichen Strategien stellt sich der Unternehmenserfolg konsequenter ein als bei planloser Führung. Fünf "Ws" helfen Ihnen dabei.

Welcher Unternehmer kennt den Gedanken nicht: „Warum habe ich diesen Auftrag nur angenommen?“  Wir glauben, dass wir als Kapitän unseres Unternehmensschiffes das Unternehmen willentlich irgendwo hinsteuern. Das ist ein großer Irrtum. Spätestens seit Siegmund Freud ist es eine allgemein akzeptierte Tatsache, dass das Unbewusste unser Handeln, Denken und Fühlen stark bestimmt. Zum Guten wie zum Schlechten entstehen so Ergebnisse zufälliger Art und Weise. Wir führen das Unternehmen quasi auf Autopilot – ähnlich wie Zähneputzen oder Autofahren. Droht Ungemach, verfallen wir in einen fatalen Aktionismus und erliegen der „Viel-hilft-viel-Illusion“. Doch „Viel geschafft ist nicht viel geschaffen!“

Wir machen einfach weiter
Obwohl wir strenggenommen „nicht Herr der Lage sind“, wollen wir, dass die Dinge ungefähr so bleiben, wie sie sind. Vertrautes – gleich welcher Art - wird dem Unbekannten vorgezogen. Wir nehmen hin, was der Markt uns bringt und lassen uns treiben. Das kommende Jahr 2019 scheint also absehbar. Wir ertappen uns dabei, wie wir jammern und dabei weiter Macht abgeben. Gerade der etwas ruhigere Jahreswechsel ist aber eine ideale Gelegenheit, um innezuhalten und kritisch zu hinterfragen: „Wie zufrieden bin ich mit meinen Ergebnissen? Hat sich meine Arbeit gelohnt, in Euro gemessen? Wie sicher stehe ich auch in stürmischen Zeiten?“

Stopp! Es geht auch ganz anders
Wir lernen und verändern uns entweder durch Einsicht und Freude oder durch Leiden. Erst dann stellen wir unser automatisiertes Verhalten in Frage. Ein Dachdecker-Kunde war vor mehr 5 Jahre an so einem Punkt angelangt: viel zu viele Arbeitsstunden bei zu wenig Gewinn. Ein zu großes Angebot verlangte ein riesiges Maß an Flexibilität. Die Gesundheit war angeschlagen. Die Konfrontation mit diesen Ergebnissen ließ ihn nach Lösungen suchen. Er entschied sich, sein Unternehmen konsequent in eine bessere Richtung zu entwickeln. Sein Ziel war eine 4-Tage-Chef-Woche bei deutlich höherem Gewinn und zufriedeneren Mitarbeitern. Der 5. Tag sollte für wertvolle Chef-Denkzeit freigehalten werden. Alle Entwicklung sollte vom Kunden ausgehen. Für den Dachdecker-Unternehmer begann ein herausfordernder Weg. Denn Fakt ist, es gibt keine Abkürzungen zum Erfolg. Aber heute hat der Dachdecker-Unternehmer sein großes 5-Jahres-Ziel erreicht. Er ist zufrieden – genau wie seine Mitarbeiter, die heute selbstorganisiert auf Leistungslohn und gegen Freizeit arbeiten. Die nächsten Ziele stehen bereits fest: die Sicherung des Unternehmens für stürmischere Zeiten.

Die Energie folgt dem Fokus
Mit Organisationen und Ressourcen verhält es sich, wie mit der Sonne und dem Brennglas: Je fokussierter und zielgerichteter die Ressourcen eingesetzt werden, desto schneller und wirksamer kommen die Ergebnisse. Eine Mannschaft (und / oder Führungskraft), die weiß, was der Chef vorhat, was wirklich wichtig ist und welche Ziele er verfolgt, denkt und handelt automatisch absichtsvoller. Anders gesagt: Je klarer das Ziel ist und die Aufgaben, die erledigt werden müssen, umso mehr haben Mitarbeiter die Möglichkeit, sich pro-aktiv einzubringen und mit dem Unternehmen zu identifizieren.

Wirksame Ziel-Methode
Die Methode Hoshin Kanri (Ho = Methode / Formular, Shin = Kompass, Kanri = Management / Steuerung) wurde in den 50er-Jahren in Japan entwickelt, um strategische Firmenziele systematisch und nachhaltig in die operative Praxis umzusetzen. Insellösungen werden vermieden. Am Anfang steht die Vision: Stellen Sie sich ein wirklich attraktives, konkretes Endergebnis vor. Planen Sie anschließend konkrete Schritte:

  1. Schritt: WAS? (3-Jahres-Durchbruchsziele bestimmen)
  2. Schritt: WIE WEIT im ersten Jahr 2019 (Zwischenziele formulieren)?
  3. Schritt: WIE? Mit welchen Maßnahmen?
  4. Schritt: WIEVIEL UND WANN? Erfolgsindikatoren festlegen (Messgrößen)
  5. Schritt: WER? Ressourcen / Verantwortlichkeiten festlegen

Mit dieser standardisierten Methode gelingt die Schritt-für-Schritt- Unternehmensentwicklung bis hin zur Erfolgskontrolle. Ein kontinuierlicher und umfassender Verbesserungsprozessen wird angeleitet. Allgemein gilt in Sachen Zielfindung: Formulieren Sie Ihre Ziele positiv und in der Gegenwart. 1 – 3 Ziele, deren Erreichung konsequent verfolgt wird, sind besser als zu viele Aktivitäten. Wichtig ist auch absolute Zielklarheit. Wir unterschätzen meist, was wir langfristig erreichen können und überschätzen, was kurzfristig möglich ist.

Klare Ziele mit Erfolgsbeteiligung
Wenn alle im Unternehmen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, dann findet überproportionale Entwicklung statt. Kommunizieren Sie Ihre Ziele also für alle verständlich und befähigen Sie Mitarbeiter / Führungskräfte. Beispiel: Sie wollen die Produktivität erhöhen. Vermitteln Sie z.B. Ihrem Bauleiter im Zielvereinbarungsgespräch seinen Anteil oder Beitrag und fragen Sie „Wie können WIR das lösen…“. Motivieren Sie zur Mitarbeit und legen Sie eine Erfolgsbeteiligung fest. Denn Leistung muss sich lohnen. Höchstleistung kann man nicht fordern, sie ist etwas Freiwilliges. Informieren Sie über Fortschritte regelmäßig auf einem „Dashboard“ und erläutern Sie den „Spielstand“. Wie sollen Mitarbeitern ansonsten motiviert bleiben?

Viele Unternehmer im Handwerk planen nicht. Die Zukunft lasse sich nicht vorhersagen, meinen sie, und es komme ja doch anders. Studien beweisen aber, Menschen, die Ziele haben, sind in der Regel erfolgreicher als Menschen ohne Ziele. Und nicht zuletzt glücklicher: Sie sind weniger krank und wesentlich zufriedener mit sich und der Umwelt.

(Quelle: DDH - das Dachdecker-Handwerk 24.2018 )

 

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