Sind Sie auf Zukunft vorbereitet?

Lerne von einem Piloten

Sich mit Unternehmeraufgaben oder der eigenen Zukunft auseinandersetzen, steht aktuell nicht besonders hoch im Kurs. Der Boom in nahezu allen Bereichen ist ein guter Grund, Aufgaben wie Zukunftsplanung zu meiden. Jeder Chef weiß, dass dies zu seinen WICHTIGEN Aufgaben gehört, doch die Inhalte voller Auftragsbücher scheinen DRINGENDER. So ist es verständlich, dass die meisten Chefs in ihrer Rolle als Fachkraft vom Tagesgeschäft vereinnahmt werden und aus dem „Bauch-Moment“ heraus reagieren. Der Werktag wird vom Markt diktiert. Schleichend beginnt die Spirale aus Überlastung, Frustration, Zeitmangel und Stagnation. Diese Art der Unternehmensführung hat einen entscheidenden Nachteil: Es werden weder Struktur noch Werte geschaffen. Und wenn es so weit ist, wie soll man einen Betrieb verkaufen, wenn alles auf den Chef zugeschnitten ist und in seinem Kopf das immaterielle Vermögen (z. B. Wissen, Leitidee) fest neuronal verknüpft ist? Wie also soll Ihre Zukunft aussehen? Überlassen Sie diese Gestaltung bitte nicht dem Zufall oder dem Markt!

Gelungener Rollenwechsel

Jeder Meister ist gefordert unzählige Aufgaben mit ganz unterschiedlichen Anforderungen zu bewältigen. Dies gelingt umso besser, wenn man einen bewussten Rollenwechsel vornimmt. Die Rolle des Fachmannes ist vertraut und beliebt. Sie begleitet ein Leben lang und ist bei vielen auf den Leib geschnitten. Die Zukunft eines Unternehmens zu planen und dieses sicher durch alle Unwetter des Marktes zu führen, erfordert Eigenschaften des Unternehmers. Wenn man diesen Rollenwechsel vom Fachmann zum Unternehmer bewusst vollzieht, verändert sich die Perspektive und die Prioritäten ganz automatisch. Während ein Pilot z. B. sein Flugzeug vor dem Start von außen inspiziert, macht er das unter technischen Aspekten. Sitzt er aber in seinem Cockpit, dann ist er der Steuermann. Seine Aufgabe ist es die Passagiere sicher ans Ziel zu bringen. Wie gelingt ihm diese Aufgabe? Er bedient sich der Instrumente seines Cockpits. Hier definiert er das Ziel, berechnet die Route und erhält Infos über Flughöhe, Treibstoffstand und vieles mehr. Während des Fluges kontrolliert er, ob er auf Kurs ist, ob ein Unwetter ihn zwingt den Kurs zu ändern, wie weit der Treibstoff noch reicht …. Der Pilot hat gegenüber dem Meister einen großen Vorteil: Der Pilot wird durch das Üben im Simulator an die Praxis herangeführt. In vielen Stunden lernt er in sicheren Gefilden mittels Cockpit zu steuern. Das Risiko ist gleich Null. Anders der Meister. Er ist von Beginn an im Echtzeitgeschehen, muss ad hoc entscheiden. Oft bleibt ihm nur die Hoffnung, dass die Entscheidungen zu einem positiven Ergebnis führen. Sie arbeiten nicht selten 12 Monate und erfahren erst danach, welchen Gewinn sie erwirtschaftet haben. Kein Pilot würde unter solchen Umständen losfliegen.

Um die unternehmerischen Aufgaben zu bewältigen, braucht es Haltung und Informationen.

  1. Klarheit über die Zukunftsvorstellungen
  2. Konzentration auf die Aufgabe – die Rolle
  3. Schwachpunkte erkennen und abstellen
  4. Klarheit über die Prioritäten
     

Zu 1: Klarheit über Ihre Zukunftsvorstellungen

Wer eine Lieblingsbeschäftigung gefunden hat (z. B. Autos reparieren) und nichts anderes mehr tun will, macht sich vielleicht (leicht-☺︎)sinnigerweise selbstständig. Das kann gut gehen. Wer mit seiner Unternehmung jedoch wirtschaftlich erfolgreich sein will und Mitarbeiter einstellt, der muss mehr tun. 1. Tipp: Beantworten Sie sich diese Fragen: „Was wollen Sie „WIRKLICH“ mit Ihrem Geschäftsleben anfangen?“ „Was wollen Sie erreichen?“ Wenn Sie mit Ihrer Tätigkeit einfach nur Spaß und damit auch über die Runden kommen wollen, bitte sehr. Es steht keinem zu darüber zu urteilen. Das Risiko soll aber doch erwähnt werden: Sie sind vom Markt und seinen Launen abhängig. Wenn Sie also mehr wollen im Leben, dann müssen Sie mehr sein als eine Fachfrau / ein Fachmann. Und wenn die Umsatzrendite im zweistelligen Bereich und ein Firmenwert geschaffen werden soll, dann gehört die Planung und Steuerung zu den Pflichtaufgaben. Denken Sie an den Piloten. Er fliegt nur nach den Ziel-Koordinaten.

Zu 2: Klarheit über die Rollen

Es ist nahezu unmöglich von der Baustelle, der Backstube, der Werkbank (gleich ob digital oder mechanisch) oder vom Frisörstuhl, eben mal in das Büro zu gehen und Strategie machen. Die Anforderungen sind ganz unterschiedlich. Letztlich muss man bewusst die Rollen wechseln. Also aus der Rolle der Fachfrau/des Fachmannes heraustreten und die Rolle des Unternehmers einnehmen. Die Aufgaben des Unternehmers sind gänzlich andere.

2. Tipp: Machen Sie sich klar, dass Sie nicht „nur“ Fachfrau / Fachmann sein können, wenn Sie erfolgreicher sein und mehr Geld verdienen wollen. Ganz egal wie voll Ihre Auftragsbücher auch sein mögen, vereinbaren Sie einen Termin „für sich als Unternehmer“ (ohne Geräuschkulisse). Prüfen wir diesen Tipp und stellen eine Gegenfrage zur Kontrolle der Notwendigkeit dieser Zeit: „Was wird es Sie in Zukunft kosten, wenn Sie es nicht tun und z. B. falsche Entscheidungen treffen? Eben weil Sie kein Ziel haben an dem Sie sich orientieren können?“ Im schlimmsten Fall Ihre Existenz oder Mitarbeiter wechseln aus Unzufriedenheit das Unternehmen. Die Aufgabe des Unternehmers und des Piloten ist u.a. das Ziel zu definieren und die Maßnahmen einzuleiten, dass es erreicht wird. Sie müssen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten die auswählen, die Sie weiterbringen. Dazu gehört auch die Bewältigung der Informationsfluten auf Brauchbarkeit. Wie soll das gehen, wenn man nicht weiß, was man braucht? Denken Sie an den Piloten. Wenn er im Cockpit sitzt, dann ist er Steuermann und kein technischer Inspektor.  

Zu 3: Schwachpunkte erkennen und abstellen

Die fachlichen Herausforderungen lassen wir unberücksichtigt. Das kann und muss jeder selbst einschätzen. Verbände und Medien stehen hilfreich zur Seite. Gehen wir auf die Schwächen ein, die wir am häufigsten vorfinden: seinen hohen Nutzen für den Kunden herausstellen, Preise durchsetzen, Auswertung der finanziellen Situation, Gewinnorientiert planen und steuern, Strukturen und Mitarbeiterführung….
3. Tipp: Machen Sie eine Bestandsaufnahme. Es gibt immer einen Engpass (einen Schwachpunkt), der den größten negativen Einfluss auf das Geschäftsleben hat und viele andere mit verursacht. Ist z. B. der Gewinn zu niedrig, obwohl die Arbeit gut und der Kunde zufrieden ist, dann prüfen Sie den Prozess. Ist die Kalkulation, z. B. der Stundenverrechnungssatz zu niedrig, geben Sie zu viel Nachlass oder halten Sie die kalkulierten Zeiten nicht ein? Konzentrieren Sie sich ganz auf die eine Sache und suchen nach einfachen Lösungen. Wenn Sie externe Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, prüfen Sie in jedem Fall, ob Sie Lösungen mit Anleitung und Werkzeuge erhalten oder nur theoretische Abhandlungen über irgendwelche Themen.

Zu 4: Klarheit über die Prioritäten.

Engpässe zu beseitigen und Probleme zu lösen ist eine Daueraufgabe für Unternehmer, Fachfrau / Fachmann und Verkäufer. Letztlich für alle, die in führenden Positionen tätig sind. Die Menschen und deren Lebensumstände und damit die Märkte verändern sich schneller als wir es oft wahrnehmen. Produkte werden zunehmend vergleichbarer und damit austauschbar. Deren Entwicklung erfolgt in Rekordgeschwindigkeit und der Vertrieb macht vor nichts und niemanden, auch nicht vor dem Verkauf übers Internet, halt. Partnerprogramme verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn das Produkt unter anderem Label online direkt verkauft wird. Woran soll man sich orientieren? Die Antwort: An sich selbst! An den eigenen Vorstellungen (den Vorstellungen der 1. Führungsebene) und den eigenen Zielen, die in Zukunft erreicht werden sollen.

4. Tipp: Bauen Sie Ihr persönliches Cockpit auf! Dieser Tipp ist kein Trend, sondern wird vielmehr von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft allen Unternehmen, egal welche Größe, ans Herz gelegt. Hierzu gehören Prof. Dr. Weissmann von der Hochschule Regensburg ebenso, wie einer der erfolgreichsten Unternehmer den die Nachkriegsgeschichte hervorgebracht hat: Reinhold Würth. Bei Würth war und ist die Cockpitphilosophie Standard. Einfachheit bestimmt das Wie. Weniger ist auch hier mehr. Machen Sie eine Stärken- / Schwächeanalyse. Setzen Sie Ihre Ziele und planen Sie die Maßnahmen, damit Sie die Ziele erreichen. Brechen Sie die großen Ziele in Teilziele runter. Bleiben Sie focusiert. Verfolgen Sie lieber ein wichtiges Ziel konsequent als zu viele Ziele halbherzig. Entscheiden Sie, wie Sie Ihren Erfolg einfach und schnell messbar machen und welche Kennzahlen jetzt (z.B. Umsatzrendite, Mitarbeiter-Krankheitstage etc.) für Sie relevant sind. Jetzt wird Steuerung möglich. Der monatliche Soll-Ist-Vergleich liefert die Kursabweichung und damit auch die Möglichkeit Korrekturen vorzunehmen. Übrigens: Passen Sie nie zu schnell Ihr Ziel an, sondern erhöhen die Anstrengungen oder verändern die Maßnahmen. Mit diesen Informationen fällt es leichter, die Rolle des Unternehmers auszufüllen.

Denken Sie auch jetzt an den Piloten und sein Cockpit. Es beinhaltet alles, was es zum Fliegen braucht. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Viel Erfolg.

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